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Wie das HCA-Gymnasium seine begabtesten Schüler fördert
 
Nach der Aufhebung der Corona-Beschränkungen kann das HCA-Gymnasium wieder Schulfahrten organisieren – das ermöglicht auch eine neue Art der Begabtenförderung. Bilder und ihre Entschlüsselung spielen in unserem Alltag eine immer größere Rolle – man denke nur an die Bedeutung von Memes in der digitalen Kommunikation. Zugleich fällt es uns aber immer schwerer, Botschaften in Bildern aus der Vergangenheit, etwa in alten Gemälden, zu entschlüsseln, weil wir mit der Symbolik dieser Epochen nicht mehr vertraut sind oder ihre Mythen, etwa aus dem Bereich der Bibel oder der Antike, nicht mehr kennen.

32 Schülerinnen und Schüler machten sich deshalb unter der Leitung von StD Josef Witt und Kunstreferendarin Lara Diehm zur Alten Pinakothek nach München auf, um dort von zwei versierten Kunstvermittlerinnen des Museumspädagogischen Zentrums mehr über die Highlights der Sammlung und ihre verschlüsselten Botschaften zu erfahren. Dabei war die Gruppe ebenso umweltfreundlich wie preisgünstig mit dem 9-Euro-Ticket unterwegs.
Vorgestellt wurden Werke wie Edouard Manets „Frühstück im Atelier“, das einen äußerst selbstbewussten Teenager inmitten von exotischen Gegenständen zeigt, die ihn in die französischen Kolonien in Übersee zu rufen scheinen, oder Frans Hals‘ Porträt des Willem van Heythuysen, das einen mindestens ebenso arrogant wirkenden holländischen Textilkaufmann des 17. Jahrhunderts zeigt.

Es stellte sich aber heraus, dass Heythuysen dieses Porträt für eine Brautwerbung malen ließ, die trotz seines zur Schau gestellten Reichtums erfolglos blieb, und dass der Dargestellte bei seinem Tod 25 Jahre später immer noch ledig war.
Auch François Bouchers Porträt der Madame Pompadour, des It-Girls ihrer Epoche, wirkt mit seiner Höhe von zwei Metern und dem überreich geschmückten grünen Kleid in der Mitte zunächst wie das überladene Bild einer verzogenen Angeberin. Bei näherem Hinsehen zeigte sich jedoch, dass Madame großen Wert darauf legte, nicht nur als begehrenswerte Frau (mit einem Liebesbrief auf dem Nachttisch), sondern als belesen (Buch in der Hand), kreativ (Noten links unten), aber auch einflussreich (mit dem Staatssiegel auf dem Nachttisch!) dargestellt zu werden.

So erfuhren die Schülerinnen und Schüler viele spannende Details zu den ausgewählten Bildern, die einem Einzelbesucher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wären – da erlahmten Konzentration und Aufmerksamkeit auch in zwei Stunden nicht.

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